Ratgeber · Hyperhidrose 7 Min. Lesezeit
Schwitzige Hände und Füße: Was bei Hyperhidrose wirklich hilft
Für feuchte Hände und Füße beschreibt die Leitlinie drei Stufen, von Aluminiumchlorid bis zur Injektion mit Muskelrelaxanz (BTX). Wir zeigen, was jede Stufe verlangt und was Sie vor den Injektionen wissen sollten.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei palmarer und plantarer Hyperhidrose schwitzen Handflächen und Fußsohlen weit stärker, als es zur Kühlung nötig wäre.
- Die Leitlinie beginnt mit Aluminiumchlorid am Abend und nennt danach die Leitungswasser-Iontophorese, die anfangs mehrmals pro Woche Zeit kostet.
- Injektionen mit Muskelrelaxanz (BTX) wirken mehrere Monate, sind an Händen und Füßen aber Off-Label, also außerhalb der Zulassung.
- Nötig sind etwa 40 bis 50 Einstiche, an den Händen kann die Kraft vorübergehend nachlassen, was bei feinmotorischen Berufen zählt.
- Bei Belledox in Berlin-Charlottenburg kostet die Behandlung der Hände ab 349 €, die der Füße ab 349 €.
Inhalt dieses Beitrags
- Wie zeigt sich Hyperhidrose an Händen und Füßen?
- Womit beginnt die Behandlung?
- Wie funktioniert die Leitungswasser-Iontophorese?
- Was leisten Injektionen an Händen und Füßen?
- Worin unterscheiden sich Hände und Füße?
- Wie läuft die Behandlung in Berlin-Charlottenburg ab?
- Was kostet die Behandlung?
- Wann ein Termin sinnvoll ist
- Häufige Fragen
- Quellen
Schwitzen Hände und Füße weit stärker als nötig, spricht die Medizin von palmarer und plantarer Hyperhidrose. Gemeint ist übermäßiges Schwitzen an Handflächen und Fußsohlen, das den Alltag spürbar belastet. Die ärztliche Leitlinie empfiehlt dafür eine Behandlung in Stufen, die mit Aluminiumchlorid beginnt. Danach folgen die Leitungswasser-Iontophorese, ein Wasserbad mit schwachem Strom, und Injektionen mit Muskelrelaxanz (BTX). Die Injektionen wirken mehrere Monate, sind an Händen und Füßen aber Off-Label, also außerhalb der Zulassung. Zudem braucht es deutlich mehr Einstiche als an der Achsel, meist mit örtlicher Betäubung. Bei Belledox in Berlin-Charlottenburg kostet die Behandlung beider Hände ab 349 €, die der Füße ab 349 €.
Wie zeigt sich Hyperhidrose an Händen und Füßen?
Bei der palmaren Hyperhidrose können die Handflächen so feucht sein, dass Papier wellt oder der Stift rutscht. Manche meiden deshalb den Händedruck, wischen die Hände ständig ab oder tragen immer ein Taschentuch bei sich. Dabei entsteht leicht ein Kreislauf, weil schon die Sorge vor feuchten Händen das Schwitzen verstärken kann. Auch Smartphone, Tastatur oder Lenkrad werden schnell feucht, was im Beruf unangenehm auffallen kann. An den Füßen, bei der plantaren Hyperhidrose, durchfeuchtet der Schweiß Strümpfe und Schuhe oft schon nach kurzer Zeit. Auf glatten Böden rutschen nackte Füße dann leichter, und offene Schuhe fühlen sich unangenehm an. Das ständige Verbergen kostet Kraft und kann Begegnungen im Beruf und privat belasten.
Schwitzen gilt als Hyperhidrose, wenn es deutlich über das zur Kühlung nötige Maß hinausgeht und Sie belastet. Wie Ärztinnen die Grenze ziehen, erklärt ausführlich unser Ratgeber zum Schwitzen unter den Achseln. Eine 2013 veröffentlichte Untersuchung von 14.336 Beschäftigten in Deutschland zeigt, wie selten Betroffene Hilfe suchen. Von den Befragten mit örtlich begrenztem Schwitzen hatten nur 27 % deswegen eine Arztpraxis aufgesucht. Dabei beschreibt die Leitlinie für Hände und Füße mehrere Behandlungswege, die aufeinander aufbauen.
Womit beginnt die Behandlung?
Die Leitlinie zur Hyperhidrose von 2023 ist eine S1-Leitlinie, beruht also auf dem Konsens einer Expertengruppe. Auch an Händen und Füßen beginnt sie mit Präparaten aus Aluminiumchlorid, einem Salz, das die Ausgänge der Schweißdrüsen vorübergehend verschließt. Sie tragen das Präparat nach der Leitlinie abends auf, wenn die Schweißdrüsen ruhiger arbeiten. Geben Sie dieser Stufe etwas Zeit, bevor Sie über den nächsten Schritt entscheiden.
Reicht das nicht aus, empfiehlt die Leitlinie als nächsten Schritt die Leitungswasser-Iontophorese. Erst danach kommen Injektionen mit Muskelrelaxanz infrage, die an Händen und Füßen mehr Aufwand bedeuten. Jede Stufe hat also ihren Platz, und welche für Sie reicht, zeigt sich oft erst im Verlauf.
Wie funktioniert die Leitungswasser-Iontophorese?
Bei der Iontophorese legen Sie Hände oder Füße in flache Wannen mit Leitungswasser, durch das schwacher Strom fließt. Wie genau der Strom das Schwitzen dämpft, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Leitlinie nennt für den Anfang Sitzungen von 20 bis 30 Minuten, mehrmals pro Woche. Das ist der größte Nachteil der Methode: Sie kostet Zeit und verlangt Regelmäßigkeit. Wer beruflich oder familiär stark eingespannt ist, kann diesen Rhythmus nur schwer durchhalten. Dafür kommt die Methode ganz ohne Einstiche und ohne Arzneimittel aus, was manche sehr schätzen. Ob sich der Aufwand lohnt, zeigt sich erst, wenn Sie die Anfangsphase konsequent durchhalten.
Nach der Leitlinie ist die Iontophorese eine feste Stufe vor den Injektionen und verdient einen ernsthaften Versuch. Belledox bietet sie selbst nicht an, beraten kann Sie dazu eine hautärztliche Praxis.
Was leisten Injektionen an Händen und Füßen?
Muskelrelaxanz unterbricht vorübergehend das Nervensignal, das die Schweißdrüsen anregt, und dämpft so das Schwitzen. Die Leitlinie zählt die Injektionen zu den wirksamsten Methoden gegen starkes Schwitzen. Für Hände und Füße nennt sie etwa 40 bis 50 Einstiche, an der Achsel sind es etwa 15 bis 20. Die vielen Einstiche sind nötig, weil der Wirkstoff nur in einem kleinen Umkreis um jeden Einstich wirkt. Da so viele Einstiche an Handflächen und Fußsohlen unangenehm sind, erfolgt die Behandlung dort meist mit örtlicher Betäubung. Die Wirkung hält mehrere Monate an, danach kehrt das Schwitzen allmählich zurück. Sie beschränkt sich auf die behandelten Flächen, für schwitzende Achseln braucht es eine eigene Behandlung.
Worin unterscheiden sich Hände und Füße?
An den Händen kann die Handmuskulatur nach der Injektion vorübergehend schwächer werden, das beschreibt auch die Leitlinie. Das kann feine Bewegungen der Finger betreffen, etwa beim Schreiben, Nähen oder Spielen eines Instruments. Für Musikerinnen, Chirurgen, Zahnärztinnen oder Feinmechaniker ist das ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung.
An den Füßen steht dagegen das Empfinden während der Behandlung im Vordergrund. Erfahrungsgemäß reagieren die Fußsohlen bei den Einstichen meist empfindlicher als die Handflächen. Die örtliche Betäubung ist an den Füßen deshalb besonders wichtig, sprechen Sie Ihre Sorgen ruhig an. Ziehen Sie zum Termin bequeme Schuhe an, und verzichten Sie am selben Tag auf Sport.
Hände und Füße im Vergleich
| Merkmal | Hände | Füße |
|---|---|---|
| Fachbegriff | palmare Hyperhidrose | plantare Hyperhidrose |
| Typisch im Alltag | feuchter Händedruck, welliges Papier | nasse Strümpfe und Schuhe |
| Injektionen | etwa 40 bis 50 Einstiche, Off-Label | etwa 40 bis 50 Einstiche, Off-Label |
| Betäubung | meist örtlich | meist örtlich, hier besonders wichtig |
| Besonderheit | Handmuskulatur kann vorübergehend schwächer werden | Einstiche meist empfindlicher (Erfahrungswert) |
| Preis bei Belledox | ab 349 € für beide Hände | ab 349 € |
Wie läuft die Behandlung in Berlin-Charlottenburg ab?
Ihren Termin buchen Sie online unter belledox.com/booking und erhalten die Bestätigung anschließend per E-Mail. Für eine Behandlung der Hände oder Füße in der Danckelmannstraße 24 plant die Praxis 30 Minuten ein. Zu Beginn klärt die Ärztin im Gespräch Ihre Beschwerden, bisherige Behandlungen und Ihren Beruf. Sie erklärt außerdem, was Off-Label für Sie bedeutet, und beantwortet Ihre Fragen dazu. Gegen die Injektionen sprechen etwa Schwangerschaft und Stillzeit oder eine Entzündung an den Einstichstellen. Auch bestimmte Nerven- und Muskelerkrankungen wie Myasthenia gravis, eine krankhafte Muskelschwäche, und einige Medikamente wie Aminoglykosid-Antibiotika sind Gegenanzeigen.
Nach der örtlichen Betäubung setzt die Ärztin die Einstiche in kleinen Abständen über die schwitzende Fläche. Fragen Sie vorab, ob Sie nach der Betäubung selbst Auto oder Rad fahren können, und planen Sie den Heimweg entsprechend. Massieren Sie die Stellen danach nicht, und meiden Sie am selben Tag Sport, Sauna und Hitze. Nach etwa zwei Wochen ist ein Kontrolltermin üblich, auf Wunsch auch als Tele-Follow-up per Video für 45 €.
Was kostet die Behandlung?
Für Hände und Füße berechnet Belledox je Bereich einen eigenen Preis: Hände ab 349 €, Füße ab 349 €. Beide Preise gelten jeweils für eine Sitzung und enthalten bereits die gesetzliche Mehrwertsteuer. Die Praxis rechnet nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab, der amtlichen Grundlage für private ärztliche Rechnungen. Der Zusatz „ab“ zeigt, dass der Betrag je nach Aufwand höher liegen kann. Sie zahlen in der Praxis per EC- oder Kreditkarte oder innerhalb von 14 Tagen per Überweisung. Mehr zu den einzelnen Behandlungen finden Sie auf den Seiten zu Händen und Füßen, alle Preise in der Preisliste.
Wann ein Termin sinnvoll ist
Ein Gespräch lohnt sich, wenn Aluminiumchlorid und Iontophorese nicht ausreichen oder im Alltag nicht machbar sind. Das gilt auch, wenn Sie die Iontophorese schon lange nutzen und der Aufwand nicht mehr in Ihren Alltag passt. Wer beruflich auf trockene Hände angewiesen ist, sollte Nutzen und mögliche Schwäche der Hand früh abwägen. Die Tele-Erstberatung per Video ist kostenfrei und klärt vorab, welche Stufe für Sie infrage kommt. Bringen Sie eine kurze Liste der bisherigen Versuche mit, das spart Zeit im Gespräch.
Häufige Fragen
Kann hinter feuchten Händen eine andere Erkrankung stecken?
Die Leitlinie beschreibt die primäre Hyperhidrose, für die sich keine andere Ursache findet. Beginnt starkes Schwitzen dagegen plötzlich oder betrifft es den ganzen Körper, sollte eine Ärztin nach der Ursache suchen. In diesem Fall behandelt die Ärztin zuerst die Ursache und erst danach, falls nötig, das Schwitzen selbst.
Warum ist die Behandlung nur an den Achseln zugelassen?
Eine Zulassung gilt immer nur für die Anwendungsgebiete, die ein Hersteller mit Studien belegt und bei den Behörden beantragt hat. Für Hände und Füße liegt eine solche Zulassung in Deutschland nicht vor. Die Leitlinie beschreibt die Injektionen an Händen und Füßen trotzdem als möglichen und wirksamen Behandlungsweg.
Wie oft muss die Behandlung wiederholt werden?
Die Leitlinie nennt für die Injektionen ein bis zwei Behandlungen pro Jahr als üblichen Rhythmus. Wie lange die Wirkung bei Ihnen anhält, zeigt sich nach der ersten Behandlung. Mit dieser Erfahrung lässt sich der Abstand zur nächsten Sitzung dann deutlich besser planen.
Zahlt die Versicherung die Behandlung von Händen oder Füßen?
Belledox rechnet als Privatpraxis nach der GOÄ ab, Sie zahlen die Behandlung deshalb zunächst selbst. Private Versicherer erstatten die Kosten nur im Einzelfall, eine Erstattung ist nie sicher. Klären Sie am besten schon vor dem Termin mit Ihrer Versicherung, ob sie sich an den Kosten beteiligt.
Was tun, wenn die Hand nach der Behandlung schwächer ist?
Die Leitlinie beschreibt diese Schwäche als vorübergehend, sie bildet sich mit nachlassender Wirkung zurück. Melden Sie sich trotzdem in der Praxis, wenn sie Sie im Alltag stört. Ihre Erfahrung fließt dann in die Planung der nächsten Behandlung ein, auch beim Zeitpunkt.
Quellen
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Ob und wie eine Behandlung für Sie infrage kommt, klären wir im persönlichen Gespräch.
Passende Seiten



